Expovina 2008
Wein News - benjamin @ 08. Nov 2008, 16:18

Besuch der Expovina 08 in Zürich

Wer im Raum Zürich mit Wein zu tun hat, als Kunde oder als Mitbewerber, der muss sich einmal im Jahr den engen Gängen auf den Zürichseeschiffen aussetzen und dem Treiben ein Stelldichein geben. Wir haben dies am 7. November von 13-15h getan.
An der Kasse war noch keine Schlange, dazu waren wir noch etwas früh unterwegs. Dennoch waren die Kursschiffe bereits gut besucht. In 2 Stunden sei kein Durchkommen mehr, wurde uns an verschiedenen Ständen seufzend erklärt. Kein schöner Gedanke, war für uns das Gedränge doch so schon grenzwertig.
Aus dem Einerlei der Stände sind wenige herausgestochen. Auffällig, wie viele Stände Schuler, Zweifel, Obrist, Landolt, Rutishauser/Barossa und Nüesch sich teilten, da bleibt auf der Enge des Raumes wenig Platz für Vielfalt. Was die Weine angeht, gab es natürlich schon wesentlich mehr Abwechslung. Dennoch, die Highlights sind rar. Schweiz, Frankreich und Italien gut vertreten, Spanien kompakter aber qualitativ umso besser. Auffällig viele Weine aus Übersee, v.a. Argentinien, Chile und etwas USA.

Wir haben nur eine handvoll Weine degustiert, unsere Favoriten:

- Plozza: La Scala, Seduzione, Vin da Ca Sfurzat, Intrigo, Passione und No. 1 Numero Uno. Die Weine gefallen durch den eigenständigen Nebbiolo Charakter, wobei auch Liebhaber moderner Techniken beim Intrigo, Passione und No 1 voll auf Ihre Kosten kommen.
- Cusumano: Der einfache Nero d'Avola ist rund und geschliffen, sehr zugänglich. Kein Wunder erhält er jedes Jahr Top-Bewertungen trotz der günstigen CHF 14.80. Benuara, der Blend mit Syrah ist ebenfalls sehr gelungen, mit fruchtbetonter Nase und würzig voluminösem Körper. Der Sàgana ist mit fast 50 Franken etwas gar teuer, wenn auch merklich differenzierter als die beiden Brüder.
- Francis Ford Coppola: Die Diamond Linie verfolgen wir schon lange und sind wegen der cinéastisch angehauchten Aura der Weine Fans. Der Claret sticht den Syrah klar und den Zinfandel auch noch locker aus. Der Merlot kommt ihm nahe. Tolle Weine mit einer mächtigen Geschichte, wenn auch stark an Hollywwod Fassaden erinnernd. Der Directors Cut überzeugt den stilbewussten Betrachter genauso wie die feine Nase. Zinfandel mit einer Prise Petit Sirah gewürzt, wunderbar. Abgerundet haben wir den kleinen Napa Ausflug mit den Klassikern Oak Cask 03 und Rubicon 04. Highlights, die neben der modernen Geschichte einfach mit tollen Geschichten aufgeladen werden.

- Zudem haben uns gefallen: Cuvelier los Andes, Grand Malbec; Aalto, Bodegas Aalto.

Insgesamt ist die Expovina nichts für sanfte Gemüter, da auch wenige Spucknäpfe aufgestellt sind. Das Konzept der Expovina geht seit Jahrzehnten sowohl für die Aussteller als auch für Besucher auf. Für uns erdrücken die Masse der Besucher und der Ueberhang der eher durchschnittlichen Weine die positiven Eigenschaften dieser Publikumsmesse. Keine Frage, es ist toll, dass man auf so engem Raum derart viele Weine auch unterschiedlicher Stile vereint sieht. Wir werden auch nächstes Jahr kurz reinschauen!

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